Die Liebe zum Lehm - Eine Erfolgsgeschichte
Lehm ist ein besonderer Stoff - das muss Peter Breidenbach, Gründer des Unternehmens Claytec, schon früh gewusst haben. Hätten Sie Mitte der 1990er Jahre im Baustoffhandel nach Baustoffen aus Lehm gefragt, so wären Sie wahrscheinlich noch belächelt worden. Inzwischen werden Lehmbaustoffe von Naturbaustoffhändlern und sogar großen Baustoffhandelsorganisationen als ganz normale Bauprodukte angeboten und vertrieben. Wie kam es zu dieser Wiederentdeckung? Was steckt hinter dem "Mythos Lehm", der heute immer mehr Menschen begeistert?
Lehm ist ein klassischer Naturbaustoff. Er erfüllt vom Rohstoffabbau bis hin zur späteren Entsorgung alle Anforderungen, die ein hochwertiges Naturprodukt zu erfüllen hat. Das nehmen Kunden zunehmend als Qualitätsmerkmal wahr, besonders diejenigen, die bewusst konsumieren und auf Werthaltigkeit achten. Diente Lehm in der Vergangenheit eher als Ersatztbaustoff und Material für schlechte Zeiten, so gilt er heute zunehmend als hochwertig und edel.
Gar nicht eintönig
Auch weiße Wände können alles andere als langweilig sein. Das beweisen helle Lehmputze, denen verschiedene Zuschläge beigemischt sind und die so die Wand dezent beleben.
Ursprünglich dienten mineralische und pflanzliche Zuschläge in Lehmputzen der Verbesserung der Festigkeit. Doch schon bald stellte man fest, dass die Gräser, Fasern und Gesteinsgranulate auch positive Auswirkungen auf die Optik haben. Während verschiedenste Beimischungen zur Dekoration von Lehmputzen in Japan schon seit vielen hundert Jahren gang und gäbe sind, könnte sich diese Art der Wandgestaltung jetzt auch in unseren Breiten etablieren. Denn seit einiger Zeit werden Lehmputze mit beigemengten Gräsern, Fasern oder Gesteinsgranulaten als trockene Fertigprodukte angeboten. Dadurch wird eine professionelle Verarbeitung gewährleistet.
Harmonische Ausstahlung
Eingestreut sind die Zuschläge in rein-weiße Lehmputze. Wo sonst würden sie so eindrucksvoll zur Geltung kommen? Es entstehen sachlich-schlichte Wandgestaltungen, die dabei aber keinesfalls langweilig wirken.
Diese fügen sich in ein modernes Ambiente genauso gut ein wie in den nach wie vor beliebten Landhausstil.
Insgesamt stehen sechs verschiedene Zuschläge zur Auswahl. Ein rötliches Gesteinsgranulat, kombiniert mit feinen Glitern, wirkt eher zurückhaltend, während gröbere Glitter eine lebhaft reflektierende Wirkung erzielen. Eine besonders edle Anmutung ergibt sich durch Perlmutteilchen, Natürlichkeit vermitteln feine und gröbere Pflanzfasern aus Kräutern und Gräsern.
Beigemischte Sisalfasern erinnern an Reispapier.
Für besondere Brillanz
Durch ein Freiwischen der Oberfläche nach der Austrocknung kann bei den reinweißen Putzen mit Zuschlägen eine besonders tiefe Brillanz erzielt werden. Dazu wischt man die vollständig durchgetrocknete Fläche mit einem sauberen, feuchten Schwamm oder einem groben Filzbrett frei. Dadurch treten die Zuschläge deutlicher aus dem Putz hervor. Wo ein ökologischer und baubiologisch vorteilhafter Putz gewünscht wird, sind Lehmputze mit Zuschlägen hervorragend geeignet. Die Pflanzfasern oder Gesteinsgranulate verleihen der Wand Natürlichkeit, ohne ihre schlichte Eleganz, die vom reinweißen Lehm herrührt, herabzusetzen.


